Nicht nur mit der Landschaft überzeugt dieser Teil des Landes, auch die Bräuche in der Steiermark sind geprägt von Tradition und hingebungsvoller Wärme, die jeden Besuch in dem Lande zu einer einzigartigen Erfahrung machen werden, die niemand missen möchte.
Das Brauchtumsjahr beginnt mit dem, im gesamten Alpenlande populärem Perchten, welches im Januar, gelegentlich auch im Dezember beginnt. Es werden hierbei symbolisch die bösen Wintergeister ausgetrieben. Zentral werden die Schönperchten und die Schiechperchten verkörpert, letztere sind die böse Variante. Besonders wichtig ist hierbei auch die Glocke, mit deren Hilfe die bösen Wintergeister vertrieben werden, damit der Sommer und der fruchtbare Frühling kommen kann. In den sogenannten Rauhnächten von Heiligabend bis Dreikönigstag, findet noch heute das Prechten in der Nachweihnachtszeit statt und leitet damit die Rauhnächte ein.
Traditionell folgen im Januar die Dreikinisinger, die Sänger, die Glück und Tradition in die Welt hinaus tragen. Hierbei laufen Kinder bzw. Sänger verkleidet als die heiligen drei Könige durch die Region, erfreuen alle mit besonderen Liedgut und erhalten eine kleine Belohnung für ihr Tun. Der Gesang und die aufgetragene Sigatur bringen den Empfängern viel Glück, sodass die Sänger wohl willkommene Gäste sind.
Ein wichtiges Fest im Februar ist die Maria Lichtmeß, die jedes Jahr am zweiten Februar begangen wird.Jeder bringt in die Kirche, wo dieses Fest gefeiert wird, eine Kerze mit, sodass das Gotteshaus wunderschön illuminiert ist. Meist wird noch eine Prozession um die Kirche herum begangen. Am dritten wird dagegen das Blasius Fest begangen, dies ist der Tag des Heiligen Blasius. Mit gekreuzten Kerzen vor dem Körper erteilt der Pfarren den Segen, der die Besucher von den lästigen Halserkrankungen schützen soll. Ist St. Blasius doch dafür bekannt und zuständig.
Fleischbettler ziehen am letzten Wochenende vor Faschingsdienstag durch die Gemeinde, sie betteln jedoch nicht nur um Fleisch, sondern auch um Mehlspeisen und andere Lebensmittel. Dies leitet eine wichtige Zeit im Brauchtum der Steiermark ein:
Die Faschingszeit ist geprägt von unzähligen Umzügen und Festen. Hier ziehen die Kinder der Gemeinde verkleidet umher und ernten dafür Süßigkeiten und Lob. Die Kostüme können nicht nur traditionell sein, sondern werden oft auch modern interpretiert.
Am Aschermittwoch wird allen Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. Zudem findet der Korbflechterball statt, obwohl doch jeder Tanz und jede Freude eigentlich untersagt ist. Hier beginnt auch die vierzig Tage dauernde strenge Fastenzeit, die auch in anderen Regionen an Popularität gewonnen hat.
In den Kartagen findet nicht nur Karfreitag statt, auch am Karsamstag wird die Feuerweihe begangen. Die “Weihfeiertroger” laufen mit Feuer von Haus zu Haus und tragen die Tradition hinaus.
So geht ein Jahr seinen Gang, voller Traditionen und voller Rituale. Viele weitere Bräuche sind noch im Jahresverlauf zu finden, jedoch genügt der Rahmen nicht um sie alle darzustellen, so müssen diese als beispielhafter Auszug genügen.