Die sich seit 1945 schneller als zuvor wandelnde Alltagswelt mit ihren kulturellen Objektivationen fand in vielen Museen nur wenig Niederschlag ...

Andere Sammlungsschwerpunkte, Raumnot, aber auch veraltete Vorstellungen von Volkskultur verstellten lange Zeit nicht nur den Blick auf die Objekte der jeweiligen Gegenwart, sondern verhinderten auch ihre museale Repräsentation. Dieses Defizit sollte artikuliert, diskutiert und dagegen Lösungen gefunden werden.

Mit Hilfe des vernetzten, Österreich weiten Projekts "Alltagskultur seit 1945" konnten nicht nur Museen und Sammlungen angesprochen, sondern auch einschlägige (universitäre) Forschungsaktivitäten initiiert und die Arbeitsgemeinschaften aus dem Bereich Volkskultur ("Forum Volkskultur") eingebunden werden.

Der eigens gegründete Verein organisierte seit 2001 etliche Symposien, Workshops und Tagungen und konnte die Publikation "Dinge des Alltags. Objekte zu Kultur und Lebensweise in Österreich" herausbringen. Das rege Interesse an einer Teilnahme am "Jahr der Alltagskultur" 2005 beweist die Aktualität des Themas, sodass zu hoffen bleibt, dass der Aspekt Alltagskultur auch in der konkreten Auseinandersetzung mit der jetzt wirksamen Gegenwart mehr Raum in der eigenen kulturellen Arbeit gewinnt und dieses Projekt auch weiterhin Anstoß für eine intensivere Beschäftigung mit der eigenen Alltagskultur bedeuten wird.